— 320—
Haare bedeckt haſt. Ich ſterbe und verzeihe Dir.
Leb wohl, Camilla. Moͤgſt Du Dir ſelbſt auch
verzeihen koͤnnen!
— Epernay. unter Todesqual, mit herzzerreißendem Ge⸗ ſchrei, las Camilla den Schluß dieſes ſchrecklichen
und ruhrenden Briefes, an dem ſie ihren Schmerz
nicht erſaͤttigen konnte. Sie wiederholte, unauf⸗ horlich raſend, ſie habe ihren Vater gemordet,
der Himmel beſtaͤtige nicht die Verzeihung, vbe
der Sterbende ihr angedeihen laſſen!
Machdem erfuhr ſie die nähern umſtaͤnde des heiloſen Unfalls. Der Commandant von Eper⸗ nay befand ſich zu Mons wegen des Ausgleichungs⸗ geſchaftes der Grenzberichtigung zwiſchen Frank⸗ reich und den Niederlanden, und ein Mann, mit mehreren Orden, tritt in's Bureau und begehrt
ſeinen Paß viſiren zu laßen. Er hoͤrt ihn als den Ehevalier Brevanne bezeichnen, und fragt ihn
ſogleich, ob er in Paris Frau Saint⸗Lambert kenne? Auf die bejahende Antwort, giebt der Commandant, ohne ſich weiter zu erkennen zu ge⸗ ben, ſich fuͤr einen Verwandten des Gemahls der
— — „ . —.———


