Dir. auch
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jungen Dame aus, beſchimpft Brevanne und mißhandelt ihn ſo heftig, daß dieſer, wiewohl er wiederholt ablehnt ſich mit einem Manne zu meſ⸗ ſen, gegen den die Ungleichheit der Jahre ihn ſo augenſcheinlich in Vortheil ſetzt, ſich gezwungen ſieht mit ihm zu gehn. Der Zweikampf beginnt, beim zweiten Schuß faͤllt der Herausfordrer und erklaͤrt nun, er ſei Camillas Vater.
Das Ereigniß wurde bald in der ganzen Ge⸗ gend bekannt. Es verſetzte Saint⸗Lambert und ſeine Tochter in tiefe Betruͤbniß. Die oͤffentlichen Blaͤtter verbreiteten daſſelbe, und wie ein jeder Vorfall bei der Ueberliefrung entſtellt wird; ſo ſprengte man aus: ein Chevalier Brevanne, der eine gewiſſe Camilla von Epernay geliebt, habe den Vater ſeiner Geliebten in einem Duell getod⸗ tet, das fuͤr einen ſchändlichen Mordverſuch gel⸗ ten koͤnne. Bald ſah die ungluͤckliche junge Frau ſich als eine unnatuͤrliche Tochter bezeichnet, welche ihren Vater durch den Mann, der ſie verfuͤhrt, habe umbringen laſſen. Umſonſt bemuͤhte ſie ſich dieſe ungeheure Anklage zu widerlegen; was ein⸗ mal die Einbildungskraft der Menge ergriffen hat,
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