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Brevannes Spekulationen ihm fehl, er wagte verwegentlich, und verlor faſt ſein ganzes Vermo⸗ gen, und ſahe ſich genoͤthigt in fremden Landen ſein Talent zum Gluͤcksritter zu verſuchen. Er hatte gluͤcklich einige Capitalien nach Holland ge⸗ rettet, ſie waren jetzt ſein ganzes Heil: er verließ alſo Paris, wo er in Schulden bis uͤber die Oh⸗ ren ſteckte, nahm die intrigante Frau mit ſich, daß ſie ihm bei neuen Speeulationen behuͤlflich ſei, und ließ Camilla der Reue und ſchrecklichſten Verzweif⸗ lung zur Beute. Sie hatte gewußt, daß ſie nicht der einzige Gegenſtand ſeiner zaͤrtlichen Huldigun⸗ gen ſei, aber nie denken koͤnnen, daß er im Stande waͤre die Frau, welche ſeinetwegen Gatten und Kind aufgegeben, Frieden, Ruf, das glänzendſte Daſeyn eingebuͤßt hatte, mit ſolcher Grauſamkeit zu verlaſſen. Wie vernichtet von Schmerz, brachte ſie mehrere Tage zu. Man fuͤrchtete erſt fuͤr ihr Leben, dann fuͤr ihren Verſtand; und in ſolchem erbarmungswuͤrdigen Zuſtand war die Un⸗ gluͤckſelige Miethlingshaͤnden und Fremden zur Pflege anvertraut, die an ihrer Schuld nicht zwei⸗ felten, indem ſie unaufhorlich, mit irrem Blick,


