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Scharfblick ſeines ungluͤcklichen Opfers nicht. Sie klagte nicht aus Stolz, ſie unterwarf ſich dem Lei⸗ den aus Gefuͤhl der Gerechtigkeit. Endlich ver⸗ nahm ſie, daß Brevanne neue Feſſeln trage, daß er ihr eine freche, verwegne, intrigante Frau vor⸗ zog, die nicht aus den Vorzimmer der Miniſter, aus den Verwaltungsbuͤreaus, aus Spielhäuſern wegkam. O, wie traf der Schlag die ungluͤckſelige Camilla, daß ſie einer ſolchen Nebenbuhlerin ſich aufgeopfert ſah! Welche herbe Reue, welche Ver⸗ ſoͤhnungsthraͤnen koſtete ihr ihre verhaͤngnißvolle Leidenſchaft. Das glaͤnzendſte Loos hatte ſie mit der einſamſten Vergeſſenheit, offentliche Achtung mit Scheu ſich ſehn zu laſſen, vertauſcht, den großmuͤthigſten Mann, den treuſten Gatten, den aufrichtigſten Freund verrathen, zur Verzweiflung gebracht, und weſſentwegen?— und noch ſtand ſie nicht am Ziel ihrer Prufungen. Breannes Habſucht kam ſeiner Unbeſtaͤn⸗ digkeit gleich. Er hatte ſein ganzes Vermoͤgen in der Pariſer Bank angelegt; der unvermuthete Courswechſel im Jahr 1813 richtete viele Capita⸗ liſten zu Grunde. Wie ſo Manchen, ſchlugen


