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milla, beſonders der Commandant von Epernay, den er wohl das Vorgefallene entdecken mußte. In der erſten Wallung ſeiner Empoͤrung wollte dieſer
ſtrenge Mann den Chevalier Brevanne herausfor⸗ dern und zur Rechenſchaft ziehn wegen der Zer⸗ ruttung, die er in ſeiner Familie veranlaßt. Saint⸗ Lambert daͤmpfte den kriegeriſchen Ungeſtuͤm, und litt nicht, daß ein faſt ſechzigjaͤhriger Ehrenmann. ſein Leben an einen Schleichkuͤnſtler wage, der vielleicht nicht in ihm den Vater Camilla's ſcho⸗ nen moͤchte.
Sei's, daß dieſe, nun entkleidet von aller Zuthat des Reichthums und zuruͤckgezogen in einen demuͤthigen Zufluchtsort, dem Chevalier endlich nicht mehr ſo reizend duͤnkte, oder, daß er ſie, argwohniſch und mißtrauiſch wie alle Betruͤger, auch für treulos gegen ſich hielt, oder ſollte auch ihr Verhältniß das Loos aller zärtlichen Verhalt⸗ niſſe erfahren, welche nicht auf Achtung gegruͤn⸗ det ſind: genug, ſeine Liebe zu ihr erkaltete all⸗ mählig. Er ſah ſie minder oft, er ſpuͤrte in ih⸗ rer Gegenwart die Verlegenheit und Gleichguͤltig⸗
Leit des Ueberdruſſes, und es entging dem regen
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