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Brevanne zu begeben. In ein Monatszimmer in der Vorſtadt Saint⸗Germain fluchtete ſie ſich, und widerſtand muthig den Bitten des Chevaliers, daß ſie zu ihm ziehen, oder ihm erlauben moͤchte, daß er zu ihr zöge. Der verfuͤhreriſche Mann war theils durch eine Empfindung von wahrer Liebe bewegt, theils wuͤnſchte er auch ein Aufſehn, das ſeine Eitelkeit befriedigt und ſeinen Ruf bei den Leuten vermehrt haben wuͤrde. Saint⸗Lambert und ſeine Tochter kamen ei⸗ nige Tage darauf zuruͤck. Adelen ſagte man, ihre Mutter ſei verreiſt, weit weg, ihrer Geſundheit wegen; das junge Kind glaubte dies leicht, weil nichts in Camilla's Zimmer veraͤndert war. Der alte Germain uͤbergab Saint⸗Lambert den Schluͤſ⸗ ſel ihres Sekretairs, er erſtaunte nicht wenig, darin ihr Schmuckkäſtchen, all ihr Geſchmeide und alle Briefe vorzufinden, die er ihr geſchrieben. Ein ſchmerzlich theures Andenken ergriff ihn beim An⸗ blick derſelben, und er verließ das Zimmer, wo Camilla mehr als ein Mal ihm ewige Liebe ge⸗ ſchworen, und ging in den Salon. Sein Stau⸗ nen mehrte ſich, als er hier nicht mehr das Bild
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