Portiers„uͤbernahm die Sendung und trug ſie zu ſeinem Herrn. Da keine Aufſchrift darauf ſtand, und Germain ſelbſt nicht wußte, an wen und von wem der Brief ſei, erbrach ihn Saint⸗Lambert, und erkannte die Handſchrift Brevannes. Die⸗ ſer gebrauchte gegen Camilla Ausdruͤcke, welche deutlich genug die zwiſchen ihnen obwaltende Ver⸗ traulichkeit bewieſen. Er forderte ſie auf ihr Verſprechen zu erfullen und ihren Gatten zu ver⸗ laſſen, von dem ſie nur Rache und Verachtung hinfort zu gewaͤrtigen haͤtte. Er bot ihr die Hälfte ſeines Vermögens an, er beſtimmte ihr ſchluͤßlich Tag und Stunde, da er ſie mit ihrer Tochter, von welcher ſie ſich nicht trennen wollte, erwar⸗ tete: alles ſei, gemaß der Uebereinkunft, bereit; binnen zwei Tagen wuͤrden ſie ſich außerhalb Frankreich befinden.
Dieſer Brief bewirkte bei Saint⸗ Lmet völlig die Emporung, zu welcher er als großmuͤthi⸗
ger Gatte und zärtlicher Vater dadurch berechtigt
war. Nichts deſtoweniger verſchloß er ſein Lei⸗ den in der Seele, und kuͤndigte, nur bedacht ſein
alte Germain befand ſich gerade in der Loge des


