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Saint⸗Lambert, ſondern ſie geſtattete ihm auch mehrere Zuſammenkuͤnfte.
Wieviel Vorſicht, welche Sorgfalt erheiſchte nicht dieſer ſtraͤfliche Verkehr! Die geringſte Kunde deſſelben, welche Saint⸗Lambert zukam, hatte ohne Frage einen voͤlligen Bruch, ein entehren⸗ des Aufſehn zur Folge. Die Kammerfrau em⸗ pfing alle Briefe des Chevaliers durch einen Bo⸗ ten, dem ſie die ihrer Frau dagegen uͤbergab: ſo wußten ſchon zwei Perſonen um das Geheim⸗ niß. Der Portier vom Hauſe, der öfters den⸗ ſelben Boten kommen ſah, ſchopfte Argwohn, und theilte denſelben mehrern Dienſtleuten mit. Welche Pein fuͤr die junge Frau, wie viel Geld mußte ſie ſpenden, wie viel Demuͤthigungen er⸗ tragen, der Gnade ihrer Dienſtboten demnach, ihren Vertraulichkeiten preisgegeben, ihrem Geklaͤtſch, ihrer Geringſchaͤtzung! aO, rief ſie oft aus, wo⸗ hin kann uns ein einziger Fehltritt bringen!
Aber alles dieſes Leiden diente dem grauſa⸗ men Geſchick, das ihrer wartete, nur zum Vor⸗ ſpiel. Ein Brief des Chevaliers wurde in Abweſenheit ihrer Kammerfrau abgegeben. Der


