Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
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nichts, ſich der lebhaften Empfaͤnglichkeit ihres Gemuths und ihrer Einbildungskraft zu uͤber⸗ laſſen. Sie war bei allen oͤffentlichen Gelegen⸗ heiten, in allen großen Geſellſchaften der Scho⸗ nen des Tages und eleganten Maͤnner zu ſehn. Sie war trunken von Allem, was ſie umgab; aber der Beifall, den man ihr zollte, kitzelte fuͤrs Erſte nur ihre Eigenliebe, wirkte nicht auf ihr Gemuͤth; denn Dankbarkeit veſtigte die Bande, welche ſie an Saint⸗Lambert knuͤpften.

Unter den Perſonen, die ihr Haus am haͤu⸗ figſten beſuchten, und mit denen ihr Mann ſich auch zu Handelsſpekulationen verband, war der Chevalier Brevannes, Ritter mehrer Orden, einſt diplomatiſcher Agent, in der letzten Zeit ein ver⸗ wegner Agioteur, bald ein reicher Capitaliſt, bald lediglich auf den Ertrag von Comiſſionsgebuhren beſchraͤnkt; ein angenehmer und geſuchter Mann, weil er die reizendſten geſellſchaftlichen Talente beſaß. Im vierzigſten Jahr war ihm noch die volle Friſche der Jugend eigen, und er ſuchte eine Ehre darin den Frauen zu gefallen, we⸗ gen Ehrenſachen gefuͤrchtet, wegen einiger aus⸗