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Die Hochzeit wurde binnen wenigen Tagen darauf vollzogen, zur groͤßten Verwunderung von Nini Belleval, die nicht begreifen konnte, wie ein Mann, wie Herr von Creſſy, ſie ihrer ſo ſchoͤnen, ſo verfuͤhreriſchen Schweſter vorzöge. Bei mehr Einſicht hoͤrte dieſe Verwunderung auf, und ihre Anhaͤnglichkeit fuͤr ihren Gatten mehrte ſich täg⸗ lich. Ihre Ehe war glucklich und friedvoll.
Ganz anders war das Loos der Frau von Saint⸗Pol. Eine tiefe Schwermuth zerſtoͤrte die Heiterkeit ihres Geiſtes und den Glanz ihrer Schoͤnheit. Vergebens ließ ſie, um ſich zu zer⸗ ſtreuen, wieder alle Triebfedern der Coquetterie ſpielen; es entſtanden daraus nur Demuthigun⸗ gen fur ſie. Die Frauen, deren Liebesverhaͤltniſſe, deren haͤusliche ſie geſtoͤrt, verfolgten ſie mit bo⸗ ſem Leumund, und die Maͤnner, welche ſie noch zu entflammen waͤhnte, ſetzten ihr eine Gleichgul⸗ tigkeit entgegen, welche zu ſagen ſchien: es iſt zu ſpät.
Bald ſah ſie ſich aus Häͤuſern verwieſen, wo man ſie vordem mit Entzuͤcken aufgenommen hatte; nur einzig ihre Schweſter empfing ſie ſtets


