——
— 291—
mit Zuvorkommung. Doch der Anblick des Herrn von Creſſy bewirkte allzeit eine Erſchuͤtterung in Hadrianens Gemuͤth, der ſie nie Meiſter werden konnte; er ſelbſt ſah nicht ungern, wenn ſie ſeine Frau ſelten beſuchte, und erlaubte dieſer auch nie, ſich oͤffentlich mit ihrer Schweſter zu zeigen.
Im fuͤnf und dreißigſten Jahre war die Co⸗ quette von fruͤheren zahlreichen Freunden verlaſſen, und nur von emigen Schleichkünſtlern noch ge⸗ ſucht, die ihr Vermogen anlockte. Ihr Gemuͤth wurde erbittert, ihr Liebreiz ſchwand dergeſtalt, daß ſie eines Morgens, als ſie vor ihren Spiegel trat, ſelbſt uͤber die Veraͤnderung ihres Geſichts erfchreckte, und mit einem ſchmerzlichen Seufzer ſprach: es iſt zu ſpät.


