len ein Liebesgott bezeichnete. Gemälde und Kupferſtiche hingen an den Waͤnden und ſtellten wolluͤſtige Begebenheiten der Geſchichte und Fa⸗ belzeit dar, und doppelte Vorhänge von Seide und Neſſeltuch vor den Fenſtern milderten den eindringenden Tag zu einem Halbſchatten, der hier Alles bis auf den Gedanken in des Geheim⸗ niſſes Schleier zu huͤllen ſchien.
(Welch ein himmliſches Kabinet!v rief Ka⸗ liſte, indem ſie beim Eintreten die Gegenſtaͤnde ringsum abwechſelnd uͤberblickte. eEs iſt das Heiligthum der Freundſchaft, verſetzte die Baro⸗ nin: es mußte wuͤrdig geſchmuͤckt ſeyn, Sie zu empfangen. eLiebe Freundin, welch erleſener Geſchmack in Allem, was es enthaͤlt; hier muß ſich's ſuß traͤumen!? Sie ſollen hier auch ein wenig träumen, denn ich erbitte mir die Erlaub⸗ niß, Sie einen Augenblick zu verlaſſen, um ein
ichtiges Geſchaͤft abzuthun; ich bin in einigen Minuten wieder bei Ihnen. Mit dieſen Worten eilte ſie aus dem Gemach, und Kaliſte blieb, in angenehmes Sinnen verloren und voͤllig arglos,
allein. Der liebliche Aufenthalt, in dem jeder


