gen. Ein ſolches Hinderniß ſchreckte die Baro⸗ nin nicht ab; ſie verdoppelte Aufmerkſamkeiten, Schmeicheleien, benutzte zufoͤrderſt eine heilige Handlung, bei welcher alle barmherzigen Frauen aus Paris zuſammenſtroͤmten, und ein beruͤhm⸗ ter Kanzelredner ſich hoͤren ließ um Frau von Loris zu bewegen, ſelbſt mit Kaliſten ſie zu beglei⸗ ten. Das wuͤrdige Schauſpiel, die beſcheidene Haltung, die fromme Andacht der Baronin er⸗ bauten beide: der erſte Schritt war geſchehn, und die andern nun viel minder ſchwer.
Unvermerkt gewann Frau von Montbrun ungemeinen Einfluß auf Schwiegermutter und Schnur. Die anſcheinende Strenge ihrer Sitten, ihre Haltung, ihre Rede, flößten beiden ſoviel Vertraun ein, daß man ſie oft alle drei zuſammen in den Schauſpielen, den Tuillerien, Abends auf dem Boulevard von Gent ſah, wo der Vicomte Alcid mitunter ſie anredete, und dabei einer Gemuͤths⸗ bewegung nicht Herr war, welche dem eiferſuͤchti⸗ gen Auge der Baronin nicht entging. Die junge Gräfin war voll Freude öfter Zerſtreuung zu genie⸗ ßen, ſie bildete in allen Stuͤcken ſich nach dem


