Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
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Weſen der Falſchen, nahm dieſelbe Wuͤrde einer adelichen Frau, den Hofton an, welche ihr und der alten Graͤfin an jener ſo ſehr gefielen, und beide uͤber ſie in vollkommene Argloſigkeit wiegten.

Jene Argloſigkeit ging ſo weit, daß Kaliſte ihrem Mann ſchrieb, wie viel Frau von Montbrun fuͤr ſie thaͤte, und nach einiger Schwierigkeit von ihm ſelbſt die Bewilligung erhielt, unter deren Schirm und Obhut in der Welt zu erſcheinen, wenn ſtets vermehrte Kraͤnklichkeit ihre Schwie⸗ germutter zu Hauſe feſſelte. So ſehr die alte Graͤfin von der Baronin eingenommen war, glaubte ſie doch ihrer Schwiegertochter aus Vorſicht einige Erinnerungen dawider machen zu muͤſſen. aLie⸗ bes Kind, ſagte ſie ihr, ich weiß aus Erfahrung, wie der Neid allzeit eine glänzende Frau von vor⸗ zuͤglichen Gaben verfolgt; aber Du mußt doch be⸗ denken, daß man wider Frau von Montbrun, wiewohl gewiß mit Unrecht, viel einwendet, und daß Dein Ruf darunter leiden koͤnnte, wenn Du immer allein mit ihr erſcheinſt Kaliſte nahm dieſe Warnung fuͤr nichts weiter, als fuͤr das

Leidweſen einer Schwiegermutter, ihr Anſehn