——
Man muß geſtehn, ſagte eines Tages Frau von Montbrun zu Kaliſten, daß Ihr Leben bei Ihren Schwiegerältern ein wenig traurig iſt.» Wie ſo? fragte dieſe unbefangen. Meine Schwie⸗ germutter iſt hyſteriſch und voller Anſpruche; aber ſie iſt im Grunde gut, und vor allen Dingen hat mein Mann ſie ſehr lieb. Der alte Graf raucht und flucht in Einem fort, wenn er das Podagra hat; aber dabei behandelt er mich mit ſo viel Lie⸗ be, und ſie ſind beide gewiß achtbare Menſchen.— „Aber, lieber Engel, Sie muͤſſen ein wenig an die Luft kommen, Sie ſind fuͤr eine luftige Re⸗ gion geſchaffen, in Ihrem Alter bedarf man der Erwiederung und Zerſtreuung.— cNun freilich; waären Sie nicht, liebe Baronin, ſo moͤchte ich wohl manchmal etwas Langeweile haben. v— eWenn ich Sie nurzuweilen in's Theater fuhren oder auf Spa⸗ ziergaͤngen begleiten koͤnnte: wir wuͤrden noch freier mitſammen plaudern und unſrer Uebereinſtimmung noch ſußer genießen.“ Ja wohl; aber die Grä⸗ fin Loris hat meinem Mann heilig verſprochen, daß ich niemals öffentlich, als in ihrer Begleitung, erſcheinen ſoll.— 6Das Verſprechen iſt aller⸗
*


