Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

von Freunden und Anhaͤngern geworben, das ſie ſamt und ſonders als die beſte, die liebenswuͤr⸗ digſte, die achtbarſte der Frauen ausrief.

Den General Loris hatte ſie gleichermaßen gefangen, und wenn ſeine Mutter ſich einige Bemerkungen uͤber Frau von Montbrun erlaubte die man ihr oͤfters als intrigant und aus ſchweifend eſchildert: ſo ſchob er dergleichen Geruͤchte auf den Neid, dem eine ausgezeichnete Frau nimmer⸗ mehr entgeht, und nahm keinen Anſtand, ſie ſei⸗ ner Frau vorzuſtellen. Die Baronin ſchien den groͤßten Antheil an Kaliſten zu nehmen, und ihre lebhafte, hinreißende Beredſamkeit, die heitre Wuͤrde ihrer Haltung, die ein jedes wohlerzognes junges Weib ſich anzueignen wuͤnſcht, machten auf das reine, friſche Gemuͤth einen ſtarken Ein⸗ druck.Wir ſollen, ſprach Frau von Montbrun, indem ſie Kaliſten betrachtete und die ſie Umge⸗ benden auf dieſelbe aufmerkſam machte, einmal ein vollkommenes Weſen hienieden erblicken. Es ſei uns eine Ehre und Pflicht dies Meiſterwerk der Natur auszubilden und zu Allem anzuleiten, was das Irrdiſche entzuckt, ohne ſein Himmelsbild