Teil eines Werkes 
2. Th. (1820)
Entstehung
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tadeln, bie Lorbeern der jungen Krieger beneiden, die Großen des Abends bekritteln, denen ſie des Morgens gehuldigt, den Miniſter, deſſen Mahl⸗ zeit ſie verdauen, und Alles, was ſich Namen erwor⸗ ben hat, heruntermachen, uͤber die Angelegenhei⸗ ten von Europa, gleichwie uͤber die eines Meier⸗ hofs, abſprechen, uͤber Politik deraiſoniren und ſich in ihren eignen Raiſonnements feſt ſchwaz⸗ zen, ſo daß ſie ſich nimmermehr herauswickeln koͤnnten, wenn nicht der Bediente ſie flott machte, der meldete, daß das Nachtmahl aufgetragen ſei; denn bei dem Grafen Loris ſpeiſte man noch zur Nacht, und dies iſt von allen untergegangenen Braͤuchen der vorigen Tage vielleicht der einzige, den die gaſtliche Freude bedauert.

Kaliſte wandelte unter dieſen wandelnden vorigen Jahrhunderten ein Weilchen, ehe ſie ſich an eine Geſelligkeit gewoͤhnen konnte, deren maͤch⸗ tiges Ergoͤtzen darin beſtand Whiſt, Einundzwan⸗ zig oder die unendliche Rabuge zu ſpielen. Ihr Mann, um der Langenweile vorzubeugen, die ſie in dem einſchlaͤfernden Dunſtkreis, welcher in dem Salon des Loriſchen Hauſes ſchwebte, ergreifen

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