Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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daß uͤber kurz oder lang Surville ſeines Irrthums inne werde. Bis dahin muß ſie ſeine Vorwuͤrfe ertragen, ihm ſeinen Irrwahn laſſen, ſeine Liebe, ſeine Achtung miſſen, damit er den Freund ſeiner Kindheit nicht morde, oder unter deſſen Streichen

falle.

Dies war Bathildens Entſchluß, und ſe ſetzte ihn mit Standhaftigkeit durch. Aber nün war ſie auch der unbaͤndigen Leidenſchaft Eduards viel mehr blos gegeben, und entging nur durch die aͤußerſte Umſicht ihrer Vernunft, durch rege Wach⸗ ſamkeit ihrer Tugend den mannigfachen Schlingen, die er ihr ſtellte, den Verfuͤhrungen allen, womit er ſie umgab. Herr und Frau Delormond ſchaff⸗ ten indeſſen der ſchrecklichen Lage, worin Bathilde ſich befand, einige Erleichterung, indem ſie in Eduard drangen, das junge Madchen zu heura⸗ then, welche er durch ſeine Zuvorkommung, durch ſeine Befliſſenheit gegen ihre Familie als ſeine er⸗ wäͤhlte Verlobte bezeichnet hatte. Bathilde ſah in der beſchloſſenen Heurath ein Mittel, Eduard von ſeiner verderblichen Leidenſchaft zu befreien, den grundloſen Argwohn Surville's zu zerſtören, und vereinte ihr