— 302— Bathilde und fiel ihrem Mann um den Hals, er ließ ſie halb tod auf ein Sopha nieder und fuhr fort:„Ich begehre nur das Eine von Dir, daß um unſre Trennung Niemand wiſſe: ſie braͤche Dei⸗ ner Tante, unſrer angenommenen Mutter, das Herz. Eduard, wenn er ſie erfuͤhre, wie unſchul— dig daran er ſeyn mag, muͤßte ſich mir ſtellen, und ſein Leben muß Dir zu theuer ſeyn, um es zu gefaͤhrden.“ Bei dieſen Worten verließ er die Unglückliche, und uͤberließ ſie dem furchtbarſten Kampfe. Sie konnte mit einem einzigen Wort ſeine harte Beſchuldigung zu nichte machen, ihn zu ih⸗ ren Fuͤßen niederſinken ſehn; aber er ging dann auch ſogleich, und forderte Genugthuung von Eduard, fuͤr deſſen Frevel und für ihre Quaal. Ohne dieſes hielt er ſie fur treulos, zerriß die hei⸗ ligen Bande, die ſie vereinten. Was war aͤrger als das? Einen Zweikampf auf Tod und Leben
zu veranlaſſen, vielleicht den angebeteten Geliebten
verlieren, das ehrenwerthe Haus in Trauer verſe⸗ tzen, worin man ſie an Kindesſtatt angenommen
hatte: das wäre noch arger! Gott wird fugen,
———————


