Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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Eines Tages uͤberraſchte die Reiter ein ziem⸗

lich ſtarkes Gewitter. Eugens Pferd ſcheute ſich vor einem Blitz, der heftig durch den Himmel

zuckte, widerſtand der kräftigen Fauſt ſeines Len⸗

kers, riß aus, jagte mit ihm durch den Wald, und enttrug ihn Bathildens Blicken, ſie ſelbſt ſchwankte vor Schreck auf ihrem Pferde: Eduard bemerkte es, ſprang von dem ſeinen, empfing die ohnmaͤchtige Herabgleitende in ſeine Arme, und ſetzte ſie athemlos an einem Baume nieder.

Er betrachtet das bleiche holdſelige Geſicht, das ihn mehr als je beza ubert, jede Bewegung Ba⸗ thildens, jeder Seufzer ihrer klopfenden Bruſt facht die Gluth ſeiner Seele an. Allein mit dem himmli⸗ ſchen, angebeteten Geſchoͤpf, mitten in dichter Wald⸗ einſamkeit, kaͤmpften Ehre, Freundſchaft, Eides⸗ pflicht und entſchloſſene Redlichkeit den wuͤthendſten Kampf mit ſeiner Liebe. Ein brennender Schwin⸗ del verduͤſtert ſein Gehirn; da ſchallt von fern der Galoppſchlag eines Hufes, ſchallt naͤher und naͤ⸗ her, das nahende Geraͤuſch erweckt Bathilden aus ihrer Ohnmacht; erſtaunt, doch nicht erſcherckt,