Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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Gemahl war noch einmal ſo alt, als ſie; dennoch wuchs täglich ihre Liebe, ihr Vertraun zu ihm. Zwiſchen ihnen gab es keinen Streit, keine Ver⸗ ſtimmung; der Eine las ſeine Gedanken in des Andern Blick, der Andre fand ſein Verlangen im Innern des Einen wieder: ſo ſchienen beide gegen⸗ ſeitig einander nachzugeben, und gaben nur der eignen Neigung nach, und dieſe Gemeinſamkeit erſtreckte ſich bis auf Launen und Eigenheiten.

Eine ſo vollendete Uebereinſtimmung beider Gatten wirkte auf ihr Hausweſen zuruͤck: unter ihren Dienſtleuten gab es ſo wenig Streit, als unter ihnen; der Hausſtand war ein Aſyl des Frie⸗ dens, ein Zufluchtsort des Gluͤckes. Nichtsdeſto⸗ weniger wachte die junge Frau mit ſtrenger Genauig⸗ keit uͤber Alles, was Drdnung und Haushaltung betraf. Sie lehrte einen Hausſtand in Ordnung halten, war Beiſpiel ihrer Lehre, und wurde da⸗ her zugleich gefuͤrchtet und geliebt. Dorſan über⸗ ließ ihr auch unumſchraͤnkt die Regentſchaft des Innern, und mochte gern ſein haͤusliches Gluͤck, das jeden Augenblick verſchonende, der Umſicht der Geliebten danken.