Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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Frau von Dorſan, geborne Jeuny von Saint⸗ Clair, war von mittlerer Groͤße, aber voll Grazie und Gewandheit; ihre Geſichtszuge waren unre⸗ gelmäßig, doch voll Leben und Geiſt. Ihre Rede war ſtroͤmend, ausdrucksvoll; ſie war beleſen ohne Pedanterei, anſpruchlos bei vielen Talenten, ſitt⸗ ſam ohne Pruͤderie und voll lebhaften Witzes⸗ doch gar nicht boshaft. Ihre innerliche Froͤhlich⸗ keit theilte ſich Allen mit, die ſie umgaben, man ſchaͤtzte ſie wegen ihrer Verdienſte und gewann ſie unter Lachen lieb.

Dorſan erfuͤllte eine unausſprechliche An⸗ haͤnglichkeit an ſeine junge Frau. Ihn ſelbſt be⸗ ſeelte offne, uͤberſtroͤmende Froͤhlichkeit, ſeine Ga⸗ be der Darſtellung, ſein Witz waren beruͤhmt;z und ſo beſtand zwiſchen ihm und Jenny eine ſo vollkommene Uebereinſtimmung, daß man von ih⸗ nen mit Montaigne ſagen konnte: der Natur hätte es gefallen, bei ihrer Schoͤpfung eine Seele in zwei Koͤrper zu trennen und beide zu verbinden,

damit nichts fehle, was ein gluͤckliches Paar, den Uebrigen zum Beiſpiel, hätte bilden mogen. Jenny zaͤhlte kaum achtzehn Sommer, ihr