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ich bitte Dich, laß mich knieen und Dir meine Reue, meine Schaam bekennen, daß ich Argwohn wider Dich gehegt. Wenn meine Thränen auf Deine Hand brennen, laß ſie fließen, lieber Leo, ſie brannten auf meinem Herzen, ſie verzehrten mich in's geheim. Nein, Du kannſt nimmermehr wiſ⸗ ſen, was ich gelitten habe!“ Hierauf bekannte ſie ihrem Mann die ſchickſalsvolle Entdeckung des Armbands beim Ballſpiel, die heilloſe Verkettung von Wahrſcheinlichkeiten, ihren Argwohn, ihren Schmerz, die verdeckte Todesqual ihrer tiefverletz⸗ ten Seele, den unabläſſigen Kampf zwiſchen Lie⸗ be und Stolz, Zwang und Hingebung.
3„Du konnteſt an meiner Liebe zweifeln! rief Saint⸗Far, und druͤckte ſie ſtark an ſeine Bruſt: wahrlich, Du mußt zu viel gelitten haben, als daß ich mich im mindeſten beklagen moͤchte.“ Nun erzäͤhlt er ihr, wie, als ſie im Sterben und er mit ihr allein war, er, um ein Andenken der zärt⸗ lichſten Liebe zu bewahren, eine Flechte ihres ſchoͤnen Haars ihr vom Haupte geſchnitten; wie er es ihr nimmermehr ſagen moͤgen, um ſie nicht dürch die dunkle Erinnerung zu erſchuͤttern, und


