Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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ſtreift den Aermel in die Hoͤhe, erblickt das Arm⸗ band, deſſen Haar ihr lange nicht ſo dunkel vor⸗ kommt, als es ihr beim Ballſpiel geſchienen, ſucht

mit gierigen Augen die Inſchrift, und lieſt: Leo,

lieber Leo! trennen wir uns nicht mehr! Darunter

ſtand mit roͤmiſchen Zahlen das Datum und die

Jahreszahl: Nacht vom gten auf den 10ten Fe⸗

bruar 1318. O Gott! rief Karoline, vom

aͤußerſten Schmerz zur unausſprechlichſten Wonne

uͤbergehend: ja, das war die Nacht, ich erinnre

mich ihrer ſehr wohl, wo Saint⸗Far an meinem

Leben verzagte, wo ich ihn ſo inbruͤnſtig beten

hoͤrte und mich in ſeinen Armen wieder aufleben

fuͤhlte. Es ſind meine Haare, die Verarbeitung

hat ſie gebraͤunt; zu weſſen Haar ſonſt paßte die⸗

ſe Inſchrift, an der meine Augen ſich nicht ſatt ſehn koͤnnen! Leo, lieber Leo! trennen wir uns

nicht mehr!

Mit unwillkuͤrlich erhobener Stimme, mit dem innigſten Ausdruck ſagte Karoline dieſe Wor⸗ te, und ſie weckten Saint⸗Far. Erſtaunt, beſturzt, ſie auf dem Boden zu erblicken, umſchlang er ſie und wollte ſie aufrichten.„Nein! ruft ſie, nein, D 2