Teil eines Werkes 
1. Th. (1820)
Entstehung
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Gemachs und blieb allein bei ihr, die Augen auf den hinſterbenden Koͤrper geheftet, den er umſchlun⸗ gen hielt und mit ſeinem Leben neu beſeelen wol⸗ te. Er druͤckt ſeine Lippen auf den halbgeoffneten Mund der Sterbenden, als wollte er den letzten Athem einſaugen, der ihr zu entfliehn droht. Er betet noch einmal zur Vorſehung ihm das theu⸗ re Leben zu erhalten, und nicht durch vorzeitigen Tod das ſchoͤne, junge Geſchoͤpf hinzuraffen, das er nur einen Augenblick begluͤcken, dem er die Schuld der Dankbarkeit nicht abtragen koͤnnen. Ein Strom von Thraͤnen begleitet ſein heißes Ge⸗ bet, und ſtuͤrzt auf Karolinens Geſicht; und plotz⸗ lich, ſei's, daß die ausdrucksvolle Stimme Leos in ihr Herz gedrungen iſt, das dann und wann noch ſchlägt; ſei's, daß der Himmel die Wuͤnſche des beſten der Gatten, des zaͤrtlichſten Liebenden erhoͤrt hat: ſie bewegt ſich ein wenig, ſie ſchlaͤgt die Au⸗ gen auf, ein merkbares Roth zerſtreut die Todesbläſ⸗ ſe, ihr Mann glaubt den Druck ihrer Hand gegen die ſeine zu fuͤhlen und hoͤrt ſie die Worte ſagen:„Leo, lieber Leo!— trennen wir uns nicht mehr.“ „Nein, ruft er im Taumel der Freude, und druͤckt