— 35 allein die Anſtrengung, die durchwachten Nächte
erſchuͤtterten bald die Geſundheit der jungen Saint⸗ Far. Die zahlreichen Geſellſchaften, in denen ſie
taͤglich ſo ſchoͤn und ſo glaͤnzend erſchien, die uͤppi⸗
gen Tafeln, zu denen ſie täglich geladen war, ent⸗ zuͤndeten ihr Blut, kurz, die Nothwendigkeit, wel⸗ che dem Menſchen nicht geſtattet, ganz allein der Freude zu leben, warf ſie aufs Krankenlager und eine Lungenentzuͤndung riß ſie an den Rand des Grabes. Binnen acht Tagen waren ihre Lebens⸗ kräfte erſchoͤpft, Phantaſien verwirrten ihr Be⸗
wußtſeyn in ſolchem Maaße, daß ſie in deren
Raſerei die Stimme Leos nicht einmal erkannte, nichts fuͤhlte von der zaͤrtlichen Sorgfalt, die er ihr Tag und Nacht bewies. Er kam nicht aus ih⸗ rem Zimmer, er beobachtete mit der geſpannteſten Aufmerkſamkeit die furchtbaren Fortſchritte ihrer Krankheit, er gab Achtung, daß alle Vorſchriften des Arztes treulich befolgt wuͤrden: wenn eine au⸗ genblickliche Stille die Wuth der Krankheit unter⸗ brach, ein Schimmer von Bewußtſeyn zur Kran⸗ ken zuruͤckkehrte, hingen die Augen ihres Gatten an den ihrigen, erwärmte er ihre kalten Haͤnde C 2


