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rung bewahren ſie nicht vor dem ſelbſtgeſchaffenen Schreckbilde ſeiner Treuloſigkeit und vor den Qualen des Wahns. Unter einem ruhigen Aeu⸗ ßern verbergen ſie die furchtbare Zerruttung ihres Innern: ein Laͤcheln muß das Murren des Unwil⸗ lens verſchlucken, ihr Hirn gluͤht, ihr Blut ſie⸗ det, das Fieber der Leidenſchaft zehret ſie auf und in ſeinem brennenden Hauche verdorret die friſche Blumenkette, woraus ihr Eheband geflochten war.
Eine Waiſe aus einer Familie, die ſich im Seedienſt beruͤhmt gemacht, Karoline von Armilly, hatte ſeit mehreren Monaten den Schiffs⸗ lieutenant Leo von Saint⸗Far geheurathet, den je⸗ der Vorzug des Gemuͤthes, ſo wie des Aeußern ſchmuckte. Ein hoher Wuchs, ein edler Anſtand, ein ausdrucksvolles, bedeutendes Geſicht, ein Blick voll Feuer und Milde, ein Organ, das dem Ohr ſchmeichelte und das Herz ruͤhrte, heitre Frei⸗ muͤthigkeit, grenzenloſes Vertraun, ein gebildeter Geiſt und feine Sitte: ein ſo verfuͤhreriſcher Ver⸗ ein von Gaben ſchmuͤckte Saint⸗Far. Karoline hatte ihn ſchnell im Schwarm der Anbeter bemerkt, die ihre Schoͤnheit, ihr Name, und das betraͤcht⸗
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