26————
erlauben Deine Frau auch zu kuſſen; wo iſt ſie denn?“„Hier bin ich ja;“ rief Frau von d'Aſtrol mit einem Provinzialdialect und trat aus einer klei⸗ nen Kuͤche, wo ſie ihrer alten Magd das Mahl bereiten half. Sie hatte auch eine Schuͤrze vor, nur war dieſe viel ſaubrer als die der Frau von Saint⸗Roman. Ihr Anzug war bei der höchſten Einfachheit doch gewäͤhlt; ihr Weſen, ohne alle Gemeinheit, doch das einer trefflichen Hausmutter: ihre friſche, heitre Geſtalt beſeelten innerer Friede und das uͤberall gegenwaͤrtige, ſich immer erneuende haͤusliche Gluͤck. Nachdem ſie Meneval gekuͤßt, ſtellte ſie der jungen Frau ihre
zwei Töchter vor und ihren Sohn, welche ſich
anſchickten, dAſtrols ehrwuͤrdige Mutter, die
vom Schlage gelaähmt war, in ihrem Lehnſeſſel
ins Eßzimmer zu rollen. Ihre Stunde der Mahl⸗
zeit war gekommen und man ließ ſie nimmermehr warten.„Wenn Du wollteſt“ ſagte d'Aſtrol zu ſeinem Freund,„wenn Du mir den heutigen Tag durchaus zu einem vergnuͤgten machen woll⸗ teſt: ſo ſpeiſteſt Du mit uns einen Rheinkarpfen, den mir ein Verwandter aus Straßburg geſchickt


