zigjäͤhrige Vorleſerin ſchritt im blaßroth atlaſſe⸗ nen, geſtepten Morgenanzug, im Fluͤgelhaͤubchen, im ſchwarzen Sammetmaͤntelchen mit Blonden be⸗ bt, ein kleines gruͤn ſeidenes Schoͤrzchen vor, auf Hackenſchuhen, ein Schoͤnpflaͤſterchen auf der Backe, geſchminkt, wie eine Theaterduegna.
Man brach die Vorleſung ab, die Neuver⸗ maͤhlten zu empfangen, welche vom Kopf bis zu den Fuͤßen gemuſtert wurden. Albertinens beſchei⸗ dener Anzug gefiel der alten Praͤſidentin; ihr Ton, ihr Weſen nahmen dieſelbe fuͤr ſie ein. Achilles entzuͤckte den Großoheim durch ein Ge⸗ ſpräch uͤber jenen alten Glanz der Rechtsgelahrt⸗ heit, jene Wuͤrde der Magiſtratur ſeiner Zeit. Die Unterhaltung war lebendig, frohlich, das alte Paar verjuͤngte ſich bei dem jungen. Der Herr Praͤſident begann von ſeinen Liebſchaften, ſeine Jugendſtreiche zu erzählen; die Frau Praͤ⸗ ſidentin rechnete ihre Eroberungen her, entwarf das Bild ihrer zahlreichen Anbeter, und ſchloß den ſehr umſtaͤndlichen Bericht von dem Vorzug. den ſie ihrem vielgeliebten Gemahl gegeben, mit
dem Wunſch, daß Albertine ſich eines eben ſo lan⸗


