—„———
— 11—
begab, die dort herrſchende Sitte zu ſchonen, ſich Punkt zwoölf Uhr mit ihrem Gemahl auf den Weg. Ihr erſter Beſuch galt einem väterlichen Großoheim Menevals, der einſt Präſident des
pariſer Parlaments geweſen war, und an der
Place⸗Royale wohnte. Die Alterthuͤmlichkeit des Hauſes, die Haltung des alten Portiers, der kaum mehr Kraft zu laͤuten hatte, die des vor⸗
austretenden, unter ſeiner altmodigen Livree ge⸗ buͤckten Kammerdieners, das gellende Geſchrei
von zwei Papagahen, das Geklaͤff dreier Wind⸗ ſpiele, welche die Salonthuͤr vertheidigten: alles verſetzte die Neuvermaͤhlten in das Zeitalter Lud⸗ wig des Vierzehnten, als träten ſie bei Ninon Lenclos oder Scarron ein. 18
Der alte Gerichtshert ſaß in ſeinem lackirten Lehnſeſſel, im grau damaſtenen Schlafrock, Pelz⸗ pantoffeln, einer Turbanmuͤtze mit breitem gelb⸗ ſeidenem Bande und Doppelſchleife geziert, mit einem gruͤnſeidenen Augenſchirm, und hoͤrte voll der zaͤrtlichſten Andacht ſeiner theuren und getreuen Ehehaͤlfte zu, die ihm einen Roman von Made⸗ moiſelle Scuderi vorlas. Die mindeſtens ſieben⸗


