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Treue Liebe unter den Schrecknissen der französischen Revolution / aus d. Franz.
Entstehung
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ließ mich zuerſt herunter, damit ſie ihre ſchoͤ⸗ nen Fuͤſſe auf meine Schultern ſetzen und ih⸗ re zarten Haͤnde nicht ſo verwunden duͤrfte. Alles lief gut ab; aber der Kahn war nicht da. Indeſſen war die Luft ſehr ſtill und hei⸗ ter. Wir nahmen uns alſo vor, hinuͤber zu ſchwimmen. Ich ſagte zu meiner unerſchrock⸗ nen Gefaͤhrtin, ſie ſollte ihre Haͤnde um mei⸗ nen Hals legen, und es beim Schwimmen eben ſo machen, wie ich. Sie folgte treulich meinem Rathe. Wir naͤherten uns ſchon dem Ufer, als ſie die Muͤdigkeit uͤbermannte und ihr einen tiefen Seufzer abdrang. Ihre abgematteten Arme laſſen mich los, und ſie

entgeht mir O Gott! Sie iſt von den Wellen verſchlungen Ich ſuche ſie,

aber umſonſt, es bleibt mir nichts uͤbrig, als mich in den unermeßlichen Schlund zu ſtuͤr⸗ zen, damit ich wenigſtens mit ihr ſterben koͤnne.

Gott! rief ich aus, der du Eheleute, denen es ungluͤcklich geht, beſchuͤtzeſt, wirf einen guͤnſtigen Blick auf mich und meine Celiane! Sollteſt du meine heiſſeſten Bitten nicht hoͤren? nein, du vernimmſt, du erhoͤ⸗ reſt ſie; ſie haben dich geruͤhrt.

Ich hoͤrte das Geraͤuſch eines Koͤrpers, der gegen die Wellen arbeitete; ich ſchwamm ſogleich