verachten hieß, ſaß ich nicht weit von Ce⸗ lianen,(ſo hieß ſie), die haͤufig dieſe Vor⸗ leſungen beſuchte, und da ich auf ihre fein⸗ ſten Nuͤancen und Empfindungen, die aus ihrer ganzen Phyſionomie, die fuͤr mich ſo ausdrucksvoll war, und aus ihren Bewegun⸗ gen abzunehmen waren, acht hatte: ſahe ich ſie bald bey der Erzaͤhlung der kindlichen Liebe des Kleobis und Biton geruͤhrt; bald dem Charakter des gerechten Ariſtides ihren Beyfall zulächeln; bald uͤber den Tod des Abradates und Pentheus, dieſe recht⸗ ſchafſene Liebhaber, weinen; bald ſich uͤber die Fuͤnſiler, Dichter und Philoſophen freu⸗ en, die ſich mit angenehmen Geſpraͤchen untereinander unterrichteten, indem ſie in den ſchattigten und erfriſchenden Gaͤngen des akademiſchen Gehoͤlzes auf und abgiengen. Aber ich bin in meinen Erzaͤhlungen noch nicht ſo weit, und muß auf den Augenbilck zuruͤckkommen, wo ich Celianen das erſtemal in den Thuillerien ſahe.
Sie kam nehmlich mit einer Gouver⸗ nante, und ſuchte ein kleines Maͤdchen, das ſich auf dem gruͤnen Rondel befand. Sie nannte ſie Henriette, und dieſes Kind ſag⸗ te: ach! da biſt du ja, Valran! Ja, fügte die aͤltliche Perſon hinzu, Celrane weiß, daß


