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Treue Liebe unter den Schrecknissen der französischen Revolution / aus d. Franz.
Entstehung
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rothen und lachenden Mund hatte; daß ihre ſchoͤnen Haare blond waren, und daß ihre ganze Geſtalt in meinem Herzen einen Ein⸗ druck machte, den ich nicht wieder los wer⸗ den konnte. Und ihre Taille, wie paßte ſie ſo gut zu ihrem liebenswuͤrdigen Kopf? dieſe Taille hatte das Biegſame und Geſchmeidige eines Rohrs, ſie war Rein es giebt nichts, womit ich einen Begrif davon geben koͤnnte. Da ich ſie ſahe, weinte ich vor Be⸗ wunderung und Zaͤrtlichteit.

So viel Schoͤnheiten, ſo viel Grazien, ſo viel Anſtand vereinigt, das war zu viel. Indeß konnte man immer noch die Frage aufwerfen: ob ſie dabey einen liebenswuͤr⸗ digen und guten Charakter haͤtte; ob ſie Nei⸗ gung haͤtte, ihren Geiſt auszubilden? Dieſe Fragen waren doch fuͤr mich, der ich mich durch ewige Bande mit ihr vereinigen wollte, von einiger Wichtigkeit. In der Folge hatte ich das Gluck zu erfahren, daß ſie auch dieſe Eigenſchaften beſaͤße. In den Sitzun⸗ gen des Lyceums, wo uns die Geſchichte, die Tugenden und Laſter der Voͤlker, ihre Phi⸗ loſophie und ihre Kenntniſſe, ihre Religion, oder ihre Irrthuͤmer, ihre Geſetze, ihre Ge⸗ ſetzgeber und ihre groſſen Maͤnner zur Be⸗ wunderung vorkegte, oder uns ſie haſſen und