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Treue Liebe unter den Schrecknissen der französischen Revolution / aus d. Franz.
Entstehung
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eines Wohlthaͤtigen; aber iſt man es? Un⸗ terſuchen Sie diejenigen, die ſich dieſes er⸗

habenen Namens bedienen, und Sie werden

ſtolze oder ehrgeitzige Menſchen finden, die ihre Gaben austheilen, um ihre Macht oder Gluͤcksumſtände ſehen zu laſſen.

»Aber, Buͤrger, Sie werden ſo edelmuͤ⸗ thig meine Stuͤtze?

Halten Sie ein, ich thue meine Schul⸗ digkeit, und wer wuͤrde an meiner Stelle nicht eben das thun, und ich ſollte auf einen ſol⸗ chen Titel Anſpruch machen? O mein Freund, man macht geringfuͤgigen Dingen nur erſt ſeitdem ſo groſſe Lobeserhebungen, ſeit⸗ dem man zu groſſen unfaͤhig wonden iſt?

Dieſes Geſpraͤch erweckte in mir keine geringe Hochachtung fuͤr den Buͤrger Leleu, machte mir ihn aber doch nicht liebenswuͤrdig. Daher ſuchte ich niemals ſeine Geſellſchaft. Da ich nun in Paris gar keine Bekanntſchaft hatte, ſo war ich darauf bedacht, meinen Geiſt auszubilden. Ich gieng daher aufs Ly⸗ ceum, und beſuchte alle Bibliotheken und Schauſpiele. Ich uͤbte mich mit der Reiß⸗ feder, ſpielte meine Harfe, und ſuchte meine Zeit eben ſo gut als moͤglich anzuwenden; eher ein gutes Herz bedarf eines Freundes⸗