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Treue Liebe unter den Schrecknissen der französischen Revolution / aus d. Franz.
Entstehung
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unb ich hatte Niemanden, dem ich ſagen konn⸗ te: das iſt ſchoͤn, das ruͤhrt mich.

Mein Geſchmack fuͤr die Muſik machte, daß ich eine Zeitlang mit einem jungen Men⸗ ſchen von meinem Alter, der im Komponiren ſehr ſtark war, und Derval hieß, Freund⸗ ſchaft machte; Aber ſein abgeſchmacktes, ge⸗ nuͤgſames und indiſtretes Weſen machten mich bald wieder ohne Wiederkehr von ihm los. Er hatte indeß einen romanhaften Geiſt⸗ der mich ſehr beluſtigte. Doch war er bald bey mir vergeſſen.

Ich fand auch viel Vergnuͤgen dar⸗ an, die Werkſtaͤtte der Fabriken, Manufak⸗ turen und Kuͤnſte, wo der forſchende Geiſt jederzeit ſo viel Stoff zum Nachdenken fin⸗ det, zu beſehen. Was Sachen waren, die zum guten Geſchmack gehoͤrten, und die man zu Vergnuͤgungen braucht, davon kaufte ich, ſo viel ich konnte, fuͤr meine Mutter und Schweſter.

Und wie zufrieden war ich, wenn ich mit einem Buche in der Hand in tiefem Nach⸗ denken, unter den ſchoͤnen Baͤumen der Thu⸗ illerien, an der Seite der Terraſſe, die am ſtolzen mit Palaͤſten prangenden Seineufer hinlaͤuft, herumirrte. Wie gern ließ ich mich in meiner Lektuͤre durch die Kinder ſtoͤren, die