Teil eines Werkes 
[1. Theil] (1812)
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winden. Thraͤnen rollen, gleich dem Morgen⸗ thau, welcher auf die Fruͤhlingsknoſpe fallt, uͤber ihre Wangen auf den Buſen herab.

Feſt druͤckt ſie der Juͤngling in ſeine Arme, und kuͤßt die Thränen von ihren Wangen. Sie will zuͤrnen, aber vergebens iſt ihr Beſtreben. Tauſend Kuͤſſe beſiegen ihre Vorwuͤrfe, die kraft⸗ los auf ihren Lippen kleben... Ihre ſchwa⸗ che Stunde hat geſchlagen.... Sie ſinkt auſſer ſich, verwirrt, halb ohnmaͤchtig an die Bruſt des Geliebten, der ſie umarmt, und gleich einer verzehrenden Flamme umſchließt...

Der gluͤckliche Eduard im Vollgenuß des hoͤchſten Vergnuͤgens, leert in vollen Zuͤgen den Becher der Liebe, und S36 mit trunknem Blicke in den enthuͤllten Reitzen des betaͤubten Maͤdchens. Auch erwacht allmaͤh⸗ lig aus ihrer Bewußtloſigkeit, um den ſuͤſſen Uebergang eines noch nie empfundenen Schmer⸗ zens zu dem unnennbarſten Entzuͤcken zu fuͤh⸗ len.... Kaum hoͤrbare Seufzer entwinden ſich ihrem gepreßten Buſen, hallen durch den ge⸗ heimnißvollen Aufenthalt, und werden nur leiſe durch die beſcheidne Echos wiederholt, um ſie dann auf immer zu verſchweigen.