Amor ſchwebt am Eingange der Grotte, jauchzt hoch auf uͤber den errungenen Sieg, und verſcheucht mit einem Myrtenzweige Reue und Sorgen, die ſie zu beſtuͤrmen drohen. Schon ſtahl ſich bey den erneuerten Kuͤſſen Eduards eine Thraͤne aus dem Auge der Geliebten; eine Thraͤne des Entzuͤckens— oder der Schaam....
„Wofuͤr dieſe Thraͤne, Stellina? Fragte Eduard mit leiſer, bebender Stimme. Biſt Du nicht mein, und fuͤhlſt Du nicht, eben ſo leb⸗ haft als ich, das Gluͤck unſers wechſelſeitigen Beſitzes. Durch welchen finſtern Gedanken truͤbſt Du unſern Freudengenuß? Hat nicht die gefaͤllige Natur mit leichten Blumenfeſſeln z umwunden und auf ewig vereint?
„Seit Deiner Rückkehr verſuchte ich ver⸗ „gebens, mich aus dieſem Walde zu entfernen. „Colombo hat keinen Reitz mehr fuͤr Deinen Ge⸗ „liebten. Hefters verließ ich dieſen Aufenthalt; „allein kaum erblickt' ich das Geſtade, ſo blieb „ich unbeweglich, floh das Meer, wie das Grab, „und kehrte zuruͤck in dieſe gaſtfreye Grotte. „O Stellina! in ganz Europa denke ich mir „itzt nichts, als eine Einoͤde und Tod.


