Teil eines Werkes 
[1. Theil] (1812)
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mer verweilte blos auf ihren feuchten Augen⸗ liedern, ohne in ihre Seele zu dringen. Mit jedem Angenblicke wuchs ihre Unruhe und jede Stunde der Nacht fachte das Feuer, welches in ihr loderte, ſtaͤrker an. Die wolluͤſtigen Traͤume verſchwanden; finſtere, ſchwaͤrmeriſche, reihen⸗ loſe Bilder beſtuͤrmten ihr ſchlaftrunkenes Haupt. Das Blut, durch dieſen heftigen Sturm in Wal⸗ lung gebracht, machte einen ſchnellern Umlauf, und zerruͤttete ihren Koͤrper. Ihre Pulsſchlaͤge verdoppelten ſich.... So glimmt das Feuer unter der Aſche. Es zeigt uns das Bild eines Herzens, deſſen Jugend der Ausbruch noch zu⸗ ruͤckhaͤlt. Das erſte Fuͤnkchen verkuͤndet ſein heimliches Daſeyn, und das Feuer greift ſchnell um ſich.... Die kalte Aſche faͤngt an zu gluͤhen.... und die Flamme bildet ſich,. praſſelt und wird verzehrend. Jeder Ent wicklung der Natur geht ein entſcheidender Au⸗ genblick voran; wie die Beſchwerden unſerer Kinderjahre den Wachsthum des Koͤrpers be⸗ fordern: eben ſo giebt die Liebe, dieſe erſte Cri, ſis der Seele, indem ſie die Geiſteskraͤfte ent⸗ wickelt, auch unſern Gefuͤhlen ein koſtbares Da⸗ ſeyn, von welchem der Menſch allein ſeine Jahre zu berechnen anfangen ſollte.