Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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fangen noch zu leben und ihre Kinder aufzuziehen. Da⸗ mit wird es denn auch ein verkümmertes, verkrüppel⸗ tes, ſkrophulöſes Geſchlecht.

Am Sonntage war ich wieder auf dem Lande bei Jo⸗ hanna. Es war ein ſonniger Tag, der Himmel blau, die Atmoſphäre hell. In mir war es gleichfalls ſonnig. Ich ging einen Theil des Weges zu Fuße, um mich des Wetters zu freuen. Von den Dörfern klangen die Kirchenglocken zu mir herüber, und die Kirchgänger zo gen in ihren beſten Kleidern dahin. Alles ſah ſo feier lich, ſo ruhig und friedlich und feſtlich ſchön aus, daß auch ich eine völlige Feſttagslaune anzog.

Als ich an die Thüre unſers Gärtchens kam, ſtan⸗ den die drei kleinen Mädchen auf dem Raſenplatze in ſchneeweißen Kleidchen mit Roſenkränzen in den Locken, und Jede trug ein großes Bouquet in der Hand. Sie nahten mir liebkoſend, während Johanna, gleichfalls in einem Feſtkleide, aus der Thüre des Hauſes trat und mir zuwinkte.

Was iſt denn heute, daß ihr ſo ſchön ſeid? ſagte ich zu den Kleinen, indem ich Jede einzeln in meine Arme zog und küßte.

Dein Hochzeittag! riefen ſie aus einem Munde. Ich hatte das ganz vergeſſen. Gottlob! ich konnte ihn heute in dem Sinne feiern, wie ich mir es vor zwei Jah⸗ ren gelobte, daß er begangen werden ſollte.