Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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170 ſtokratie! Uebrigens habe ich auch meine Freunde dar⸗ unter. Da iſt Lady Rich. Sie brachte mehrere Winter in Italien zu und ich war bei ihr wie Sohn vom Hauſe. Sie iſt freilich alt, könnte meine Großmutter ſein; doch

hat ſie eine große Schwäche für hübſche Männer und iſt auch noch immer eine meiner größten Gönnerinnen. O! Wenn ich nur nicht vierzig Jahre alt wäre! Dann ihre Tochter, Lady Cheſter, die ſchöne, geiſtreiche Frau, von der Sie wol gehört haben. Welch ein Winter war das, deliciöſe! Sie war in Piſa und leidend, konnte nicht viel ausgehen. Ihre Mutter, Lady Rich, hatte mich mit

ihr bekannt gemacht. Ich gefiel ihr. Sie forderte mich auf, ihr Deutſch zu lehren. Jeden Abend war ich nun bei ihr, téte à téte, viele Stunden lang und die Welt durfte nichts dazu ſagen. Das war eine Zeit! Ich

war troſtlos, als der Frühling kam und ſie nach England zurück mußte. Ich habe ſie hier wiedergeſehen, ich ſehe

3 ſie oft, ſie ladet mich zu all ihren Bällen und Geſell⸗ . ſchaften, und weiſt mir dadurch gewiſſermaßen eine Stel⸗

lung unter dieſen ercluſiven Ariſtokraten an; aber darum

iſt ſie mir doch verloren. So geliebt habe ich Niemand.

Sie laſſen ſich auch wol im Ganzen mehr lieben

5 als daß Sie ſelbſt der Empfindende ſind.

3 Mag ſein! ſagte er ſchmunzelnd;mag ſein.

Das iſt indeſſen nun auch Alles bald vorbei. Ich muß

3 daran denken, mich zu etabliren, muß mir ein Gut kau⸗ fen und eine Frau nehmen. Mit ein bischen Vermögen,

3 das verſteht ſich. Wiſſen Sie Jemand für mich, Doctor?