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„Laſſen Sie mich, bitte, Ihren Plan hören.“
„Plan?— Ich habe keinen. Ich thue gerade Das, was mir im Augenblicke gut ſcheint. Und eine Regel paßt nicht für alle Fälle. Sehen Sie, ich war noch ein ſehr junger Menſch, als ich mich dieſem Fache widmete. Ich hatte in Tübingen ſtudirt, und ſollte nun philiſterhaft mei⸗ nen Weg bis zur Kanzel verfolgen; das behagte mir nicht.„Ein freies Leben führen wir?— das war ſo mein Motto.— Aber was war zu thun?— Geld hatte
ich nicht und durfte von zu Haufe keinen Zuſchuß erwar⸗
ten. Da wanderte ich denn mit hängendem Kopfe um⸗ her und blickte kleinmüthig auf dieſe ſchöne Welt, die mir ſo viel Schönes zu bieten hatte. Da brachte mir endlich
eine meiner Gönnerinnen Erlöſung; denn ſchon damals
war ich ein Liebling der Damen und deren beſonderer Protégé.— Sie hatte Auftrag, einen Erzieher für einen kleinen Knaben zu ſuchen, der reich und eine Waiſe war. Der Kleine war ein Engländer und ſehr ſchwächlich; er ſollte daher im Süden aufwachſen und durch kein Lernen angeſtrengt werden.— Nur Sprachen wünſchte man für ihn, und unter dieſen beſonders Deutſch und Franzöſiſch,
die er ſo ſpielend faſſen ſollte. Ich dankte Gott und
meiner Beſchützerin für dieſe Sendung und machte mich
mit frohem Herzen auf, mein neues Amt anzutreten. Mir war ein Gehalt von hundert Pfund ausgeſetzt, was für England eine mäßige Summe iſt, mir aber eine große
Einnahme deuchte, beſonders wenn ich die Pfunde in Gulden umſetzte.“
ich
zeie


