Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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36 Verhältniſſen fort, mochte es mir noch ſo Großes koſten, ich mußte irgend eine Sphäre für mich finden, in der ich mir ſelbſtändig eine Eriſtenz ſchaffen konnte. Frau Loy ſah dieſe Nothwendigkeit durchaus nicht ein. Und doch

beharrte ich dabei Rath und Hülfe von ihr zu fordern.“ „Jetzt trat ihr Hausarzt ein.„Wie gerufen!» ſagte ſie und ich zweifelte nicht, daß ſie ihn rufen laſſen, als ſie vorhin unter großen Anzeichen des Bangens aus dem Zimmer ging.(Sagen Sie mir, lieber Doctor! ob dies junge Mädchen nicht krank iſt! Sie kommt dieſen Morgen um acht Uhr bei mir an, und dringt darauf, daß ich ihr ein Mittel nenne ihr Brot ſelbſt zu erwerben, während ſie in gar keiner Noth iſt und das angenehmſte Leben führt. So geht es, wenn die Menſchen es zu gut in der Welt haben. Dann verlangt ihnen immer nach etwas

Anderm.»

„Der Arzt muſterte mich aufmerkſam. Er kannte mich ſeit lange und urtheilte vielleicht richtiger, daß hier von 6 keiner bloßen kindiſchen Caprice die Rede ſei. Er war ein Hausfreund und nahm Theil an Allem was die Fa⸗ milie anging; folglich war auch ich ihm nicht fremd.“

(Erzählen Sie mir?, ſagte er jetzt, Alles was Sie unſerer Freundin, Frau Loy, erzählt haben, noch einmal ruhig und bedächtig und geben Sie Ihre Gründe bei Allem genau an, ich behalte Ihre Hand indeſſen in der meinen und muſtere Ihren Puls.»

„Ich folgte ſeiner Weiſung. Es war mir eine Ge⸗ nugthuung, den bittern Gefühlen meines gekränkten Her⸗

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