Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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zens Luft zu machen und ich ſprach mit einer Wahrheit des Ausdrucks, die ſo tief aus dem Innern kam, daß der Andere meine Aufrichtigkeit nicht bezweifeln konnte. Sein Blick ruhte theilnehmend auf mir, und als ich geendet hatte und meine Thränen unaufhaltſam floſſen, ließ er meine Hand fahren und verließ mit den Worten„Armes Mädchen! ſeinen Sitz und das Zimmer.“

„Frau Loy ſah ihm verwundert nach.“

„Nach Verlauf einiger Minuten kehrte er jedoch zurück, nahm gelaſſen neben mir Platz und bat Frau Loy, mich mit ihm allein zu laſſen. Sie folgte ſeiner Weiſung und verließ das Gemach.“

Ich verſtehe Ihre Lage und deren Peinliches voll⸗ kommen, liebes Fräulein?; begann er jetzt.„Was für hundert Andere ein Glück wäre, iſt für Sie ein Fluch. Stolze Naturen ertragen es nicht, mit der Maske der De⸗ muth durch die Welt zu ſchreiten, Sie ſind von der Natur zur Demokratin geſtempelt und können nur als Demokratin glücklich durch das Leben gehen. Ich will Ihnen jetzt einen Ausweg zeigen, der Sie der Mühe, ſich eine ſtelbſtän⸗ dige Eriſtenz zu ſchaffen, überhebt. Sagt Ihnen dieſer nicht zu, ſo müſſen wir auf etwas Anderes denken. Mein Vorſchlag iſt, daß Sie meine Hand annehmen. Ich biete ſie Ihnen mit dem Beding, Ihre Freiheit dadurch in nichts zu beſchränken. Sie ſollen weder mein Eigenthum noch meine Sklavin ſein. Ich ſelbſt haſſe die Abhängigkeit, und mag daher auch Niemand von mir abhängig ſehen. Wir verbinden uns zuſammen, zu arbeiten, zu ſchaffen, zu