Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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Gelaſſenheit in ihr Gefängniß zurück. Sie that mir un endlich leid!

Am Tage ihrer Abreiſe begleitete ich ſie auf das Schiff und reichte ihr hier noch einmal die Hand, auf kein Wie⸗ derſehen! Sie war ſehr bleich, und der gewöhnliche ſtvi⸗ ſche Gleichmuth ihres Weſens hatte heute einer Art Weh⸗ muth Platz gemacht, der ſie mühſam zu gebieten ſchien. Schreiben Sie mir!» bat ich ſie zum Abſchiede.(Ich muß wiſſen wie es Ihnen geht. Und kann ich Ihr Loos auf irgend eine Art erleichtern, Ihnen irgend eine Be⸗ quemlichkeit, einen Beiſtand verſchaffen, ſo wenden Sie ſich unbedingt an mich, wie an einen ſtets zuverläſſigen Freund.

Sie drückte mir bejahend die Hand und wandte den Kopf ab; wie ich vermuthete, mir die ſie übermannende Rührung zu verbergen. So ſchieden wir. Oftmals habe ich ſeitdem in einſamen Stunden ihrer gedacht, oftmals mir ihr Schickſal auszumalen geſucht, und immer ge⸗ wünſcht, ihre Gegenwart zu kennen und ihre Zukunft zu erleichtern! Aber mein Wünſchen half wenig, ſolange mir jedes Mittel zum Anknüpfungspunkte, jede Möglich⸗ keit, mit ihr in eine Verbindung zu treten, verſagt war. Heute endlich nun erhielt ich mit der Fortuna dies kleine Päckchen, das ein Manuſcript enthält, welches ich dir jetzt vorleſen will. Haſt du eine Arbeit zur Hand? Du weißt ſchon, daß wir Deutſchen eine Frau nicht gerne mit müſſi⸗ gen Händen ſitzen ſehen, du mußt daher ſchon mir zu ge⸗ fallen etwas vornehmen, wenn du auch nicht den hier ſo verpönten Strickſtrumpf zur Hand haſt.