Teil eines Werkes 
2. Theil (1852)
Entstehung
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Welchem Leben ſollte ich die Arme erhalten! In Fällen, wo die Geneſung ein Fluch iſt, wird es dem Arzte recht ſchwer, mit freudigem Muthe ſeine Pflicht zu thun! Ein kleines unwilliges Verſehen, das ihn zu andern Zeiten ſo ſchwer drückt, wäre unter obwaltenden Umſtänden oft eine recht erwünſchte Fügung. Aber die Fügungen fügen ſich nicht immer, wie die handelnden Per⸗ ſonen auf der Scene ſie möchten, meine Johanna! Wäre das Schickſalsrad mitunter eine Stunde lang in unſere Hand gegeben, welchen bunten Wechſel würden wir in die Lagen der Menſchen einführen!

Monate vergingen, ehe mir die Gewißheit wurde, daß meine Kranke wirklich geneſe. Ich wachte mit unermüd⸗ licher Sorgfalt über ihr und ſah mit Bangen den Au⸗ genblick herannahen, wo das Bewußtſein zurückkehren, und ihr die Erkenntniß ihrer Lage bringen würde. Endlich wurde es Licht vor ihrem Blicke, ſie begann die Gebilde ihrer Fieberträume und die grauſige Wirklichkeit, die ſich hinter denſelben verſteckte, zu unterſcheiden, und ihre Ge genwart zu verſtehen.

Sie wurde ſeitdem ganz ſtill und ſprach nur noch das

Nothwendigſte; über ſich ſelbſt und ihre Lage aber kein Wort.

Die Gerichte forderten nun ihr Opfer; ſie geſtand die Anklage zu und wurde, in Berückſichtigung momentaner Geiſtesverirrung, zu lebenslänglicher Deportation verur⸗ theilt. Sie hörte dieſen Spruch mit jener Apathie, der den Tod im Herzen bekundet, an und kehrte mit ſtiſcher

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