6 „Behüte! Ich beſuche dir zu Liebe nur geſunde Kranke, die ganz rein gewaſchen ſind.“ „Du ſpotteſt, Auguſt! Es iſt aber doch ſo ſ efih rlich.“ „Darum eben ſetze ich mich keiner Gefahr aus.“ „Du meinſt das nicht, du ſagſt das Alles um mich zu beruhigen.“ „Du biſt doch nicht etwa meinetwegen unruhig, wäh⸗ rend ich hier neben dir auf dem Sopha ſitze? Laß nun
aber Licht bringen, und vergönne mir das Vergnügen in deiner Geſellſchaft eine Cigarre zu rauchen; ich will dir
dafür auch etwas Unterhaltendes erzählen.“ „Es iſt jetzt ungefähr ein Jahr, da wurde ich ſpät
Abends zu einer Kranken gerufen. Die Perſon war mir
nicht unbekannt. Es war eine Franzöſin, die ein Haus gemiethet hatte, das ſie dann wieder an einzelne Perſonen vermiethete, welche auch theilweiſe Beköſtigung bei ihr er⸗ hielten. Gleich nach meiner Ankunft auf engliſchem Bo— den brachte ich einige Zeit unter ihrem Dache zu. Wie das aber in dieſem großen Orte ſo geht, hatte ich ſchon ſeit lange nichts von ihr gehört, und anderweitig beſchäf⸗ tigt und intereſſirt, auch ihrer kaum noch gedacht.“ „Ich nahte mich jetzt erwartungsvoll ihrer Wohnung und bedauerte ſchon im voraus, was ihr ſo unerwartet zugeſtoßen ſein konnte.“
„Als die Dienerin mir die Thüre öffnete, hielt ich
mich bei weitern Mittheilungen von derſelben nicht auf; ſondern eilte ihr vorbei die Treppe hinauf in das Kran⸗ kenzimmer. Welch ein Anblick wartete meiner hier!“
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