200 um das einſame Häuschen im Parke zu beſuchen, wo, wie ich wußte, mein Erſcheinen dem Sonnenſchein am Regenhimmel glich. Oftmals ſchon hatte ich ſie die letzte Thräne weglachen ſehen! Oftmals ihr bleiches trauriges Geſicht mit einem Roſenſchimmer der Freude zu ſchmücken vermocht!
Unterdeſſen nahte die Zeit heran, wo Lady Almeima Sunbeam ihre Viſite abſtatten mußte, die diesmal, in Folge eines Ausfluges an die Seeküſte, um einige Tage verſpätet worden war. Fräulein Neyr bat mich, meine Beſuche einzuſtellen, bis die hohe Dame da geweſen, weil ein unerwartetes Zuſammentreffen mit derſelben, ehe ſie von der Urſache meines Kommens unterrichtet worden, nicht angenehm ſei. Ich wartete alſo ihrer Botſchaft.
Am vierten Tyge brachte mir der Poſtbote einen Brief, auf dem mein Name faſt unleſerlich geſchrieben ſtand. Der Inhalt enthielt nur die wenigen Worte:„Kommen Sie, bitte!“ unterzeichnet„Johanna Neyr.“— Ich ging ſogleich.
Das kleine düſtere Häuschen ſchien mir heute, ich weiß nicht weshalb, noch düſterer zu ſein. Der Himmel war ſo grau, die Bäume rauſchten ſo unheimlich, und ſelbſt die Kühe, die an der Quelle nächſt dem Wege ihren Durſt zu löſchen kamen, ſahen mich ſcheu und verwun⸗ dert an. Warum ſpiegelte ſich heute Alles ſo tragödien⸗ artig vor meiner Seele ab?— Iſt dieſer Wechſel unſerer Stimmungen das Leben?— Sind wir die paſſiven Trä⸗ ger dieſer äußern Eindrücke, oder iſt auch in uns eine
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