Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

wiſſen, und ich bin es Lady Almeima ſchuldig, ihr hin⸗ reichende Zeit zu einer andern Wahl zu laſſen.

Der Zeitraum iſt zu lang. Sie halten es nicht aus. Entmuthigen Sie mich nicht, beſter Herr Doctor!

D

Vor allen Dingen muß ich doch Dem nachkommen, was ich für meine Pflicht halte, mag dann auch aus mir wer⸗ den was da will. Do to others as you wish to be done by. Habe ich darin nicht Recht?

Die Liebe fängt aber auch bei uns ſelbſt an. Und Jeder hat erſt vor ſeiner eigenen Thür zu kehren, ehe er ſich an die ſeines Nachbars macht.

Sobald er es ohne innern Zwieſpalt thun kann, mag es wol weiſe ſein. Ich aber kann es nicht. Ich bin mir das nicht werth.

Vielleicht wird Lady Almeima ſelbſt einſehen, daß Sie der Sorge für ihre ſieben hoffnungsvollen Spröß⸗ linge nicht gewachſen ſind.

Ich kann ja der Mutter nicht mittheilen, wie ſehr ich durch das Zuſammenleben mit denſelben leide.

So laſſen Sie mich für Sie ſprechen. Ich, als Arzt, kann ihr ſchon die Wahrheit ſagen.

Nein, bitte! ja nicht! Sie würde es Unrecht finden, daß ich Sie zu mir gerufen, und mir falſche Motive un⸗ terlegen. Ich konnte aber zu dem alten Apotheker, der ihre Kinder behandelt, kein Vertrauen faſſen. Ueberdies wußte ich, daß deſſen kriechende Seele meine Geſundheit immer im beſten Stande finden würde, ſolange ich Lady Alemeima Dienſte zu leiſten hatte. Ein wahres Wort

gi

9