Teil eines Werkes 
1. Theil (1852)
Entstehung
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An guter Nahrung fehlte es ihr freilich nicht; aber leibliche Speiſe allein hält den Leib noch nicht empor. Die Sunbeams wurden ſorgfältig gefüttert, und wie na⸗ türlich ſtand ihr derſelbe Trog zu Gebote. Früh ſchon gab es friſche Milch mit Eiſenglas. Zum Frühſtück Fleiſch, gutes nahrhaftes Fleiſch, das nur ſehr wenig Feuerhitze

geſehen hatte, und ſo blutig roth in den Tag hineinſchaute,

daß der größte Oger ſein Mahl davon gehalten haben würde. Fräulein Neyr hatte das Licht der Welt in einer ſüdlichen Hemiſphäre erblickt, und neigte ſich in ihrer Diät dem Vegetabiliſchen zu. Es wurde ihr daher unmöglich, an dieſen Mahlzeiten Theil zu nehmen. Sie ſchnitt den ſieben Sunbeams vor, und legte dann Meſſer und Gabel mit innerm Ekel aus der Hand. Der Wille vermochte hier nichts gegen das innere Widerſtreben.

Der erſte Rath, den ich ihr ertheilte, war daher: daß ſie dieſen Ort verlaſſen ſollte, wo Alles nur darauf be⸗ rechnet ſchien, eine nachtheilige Wirkung auf ſie zu üben. Was vermochte alle Arznei, ſolange die Urſache forteriſtirte, die die Schöpferin des Uebels war!

„Hierin kann ich Ihnen nicht willfahren, Herr Doctor!“ verſetzte ſie, während momentan eine tiefe Röthe ihr Ge⸗ ſicht überzog.„Ich will Ihnen offen die Gründe beken⸗ nen“ fügte ſie ſich zuſammennehmend hinzu.„Sie kön⸗ nen mir nicht helfen, wenn ich nicht wahr gegen Sie bin, und ſo muß ich die kleine Schwäche der menſchlichen Na— tur, die ſich gegen ein offenes Darlegen meiner Verhält⸗ niſſe ſträubt, zu überwinden ſuchen.“

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