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Symptome einer Krankheit nicht ſo ſehr gefährlich erſchie⸗ nen und mein Mittagsmahl auf mich wartete: ſo überre⸗ dete ich das gute Kind einſtweilen zu ihrer Dame zurück⸗ zukehren und ihr zu melden, daß ich in einer halben Stunde bei ihr ſein würde. Sie hatte übel Luſt dazu ſie rechnete vielleicht auf eine Rückfahrt mit mir in mei⸗ nem Gig, die kleine Loſe. Da alle ihre Ausflüchte jedoch von dem Panzer meines Herzens, Hunger genannt, ab⸗ prallten; ſo knirte ſie mir endlich ein ſchmollendes Lebe⸗ wohl und überließ mich meinen Penaten, die ſich denn auch ſogleich an ihr Werk machten, um den leiblichen Menſchen zu einem geſchickten Träger ſeiner geiſtigen Kräfte zuzuſtutzen.
Es dämmerte, als ich die bezeichnete Wohnung erreichte. Mein Zöfchen ſprang mir die Treppe herab entgegen— die Gaslampe auf dem Flur brannte bereits— und führte
mich in den zweiten Stock, wo ich ihre ungeduldig har⸗
rende Dame, von einer halb überſchatteten Lampe ſchwach beleuchtet, im Bette ſitzend fand. Sie ſtreckte mir als⸗ bald ihre ſchöne Lilienhand voll kleiner Grübchen entge— gen, damit ich den Puls fühle, der zwar ſehr ſtark ſchlug, aber mehr aufgeregt als fieberhaft war. Ich berührte ihre Stirne, die allerdings glühte; doch ſah ich nirgends eigentliche Krankheitsſymptome. Die Dame“ behauptete indeſſen dem Tode nahe zu ſein, indem ſie am Herzen leide, das jede Minute zu zerſpringen drohe.
Zuſtände der Art haben ihre eigene Schwierigkeit. Ich rückte einen Stuhl neben das Bett und bat um die


